Urban Gardening, Veranstaltung

Der 2000 m² Weltacker in Gatow bei Berlin

9. August 2015
Weltacker_2000_Berlin

Der 2000 m² Weltacker in Gatow bei Berlin!

Wie viel Platz brauchen wir eigentlich zur Produktion unserer Nahrung?

Laut der Berechnung von Frau Luise Körner, der Projektleiterin des Weltackers, gibt es 14.000.000.000.000 m² globale Ackerfläche, teilt man diese durch 7 Milliarden Menschen, kommt man auf 2000 m² pro Person. Der Ertrag dieser Fläche steht rein theoretisch jedem Menschen zu, um sich zu ernähren.

Der 2000 m² Acker

Weltacker_2000_Berlin

Praktikantin Miriam auf dem Weltacker

Der Weltacker befindet sich in Gatow nahe der Havel, schon vor einiger Zeit habe ich genau am selben Ort den Bauerngarten / die Gartenkreise an der Havel besucht und jetzt war ich gespannt, wie sich die Gegend entwickelt hat…
Mittlerweile gibt es weitere Produzenten, vorwiegend ökologisch gärtnernde, die sich dort angesiedelt haben.
Biegt man vom Kladower Damm links ab, an der Bushaltestelle am Graben, befindet sich der Weltacker gleich am Anfang des Areals, am großen Schild geht es  links auf den Acker.
Ein schönes Gelände mit altem Baumbestand und Blick zu den Bauerngärten und zur Havel.

Das Projekt wird unterstützt von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, die Stiftung fördert den Anbau nachhaltiger und gentechnikfreier Lebens- und Futtermittel.
In verschiedenen Ländern, unter anderem in Griechenland, Schweden, Deutschland, Schottland und China, gibt es ebenfalls einen 2000 m² Modell-Acker.
Wie aufwendig es sein kann selber seine Nahrung zu produzieren und sich davon zu ernähren, erfährt man bei diesem Projekt. Auf dem Acker in Gatow gibt es mehrere freiwillige Mithelfer, die Erfahrungen sammeln beim Anbau von Gemüse, der Pflege der Fläche und der Ernte.

2000 m² ist doch ganz schön viel, oder?

Als ich den Acker abgelaufen bin, dachte ich, es ist eigentlich ganz schön viel Platz, der jedem Menschen zur Verfügung steht, warum ist dann eigentlich nicht genug für alle da?
2000 m², der Platz reicht z.B. für ca. 200 Autos oder ca. 33 Zweizimmerwohnungen à 60 m²!
Nun ja, die globale Ackerfläche besteht aber nicht nur aus der Fläche, die uns Menschen zur Ernährung dient, ein Teil der Fläche wird z.B. verwendet für den Anbau von “Energiepflanzen” (z.B für Bio-Gas und Bio-Diesel), oder zur Produktion von Baumwolle und für Tierfutter, oder für Tabak und Rohstoffe für die Industrie.
Ein Teil der Ernte wird leider auch vernichtet, da sie z.B. gar nicht erst abgeerntet wird, oder die Ernteerzeugnisse nicht die nötigen Kriterien zur Vermarktung erfüllen. Wenn das Gemüse z.B. nicht schnell genug beim Verbraucher ankommt oder falsch gelagert wird, kann es schon auf dem Weg zum Verbraucher verderben. Bis die Tomaten im Supermarkt liegen und es nur wenige Tage dauert in denen sie verzerrt werden können ist einiges an Aufwand nötig, um sie in der gewohnt perfekten Qualität zum Verbraucher zu bringen.

Was den Weg zum Verbraucher betrifft, der ist eher kurz beim Modellacker.
Die Ernte kommt z.B. dienstags beim gemeinsamen Essen nach der Arbeit direkt auf den Teller. Die Erntemenge des Ackers wird genau abgewogen und erfasst, so dass man am Ende des Jahres überblicken kann wie viel geerntet wurde. Es gibt freiwillige Personen, die sich eine Woche lang nur von dem ernähren was sie ernten. Wer schon mal mit dem Gedanken gespielt hat sich selbst zu versorgen oder Lust hat auf etwas Feldarbeit, der kann sich jederzeit beim Weltacker-Projekt anmelden oder spontan zu einem der Arbeitseinsätze, immer Dienstags von ca. 10 – 18 Uhr, dazukommen. Wie schon erwähnt wird auch häufig ganz lecker gekocht nach dem Arbeiten!

Weitere spannende Termine:

Di, 11. August, 10 – 15 Uhr: Kochen, Jäten und Baden!

Dass Sommerblumenfeld wird entkrautet, es wird frisch vom Acker gekocht und wer Lust hat genießt eine Abkühlung in der nahe gelegenen Havel.

Di, 18. August, 10 – 15 Uhr: Vom Korn zur Börse & warum werden nicht alle satt?

Ein Erlebnisworkshop, die Geschichte eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Menschheit wir erzählt und verschiedene Sorten Getreide angeschaut, sowie deren Verarbeitungsmöglichkeiten.
Das Programm richtet sich übrigens an junge Menschen ab 10 Jahren, also ideal für einen Familienausflug oder für Schüler!

Di, 25. August, 10 – 15 Uhr: Eine Bodensafari für junge Menschen ab 10 Jahren.

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