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Urban Gardening

Urban Gardening

“Urban Gardening in der Stadt verwurzeln“ oder 200.000 Bienen warten auf einen neuen Garten.

26. Mai 2019
Himmelbeet Urban Gardening Mygreentown

Gastbeitrag von den Pächtern des Himmelbeets in Berlin-Wedding.

Am 18.12.2018 wird mit einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass die Berliner Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, beschließt „Urban Gardening in der Stadt verwurzeln“. “Wesentliches Ziel ist auch die politische Anerkennung der Urban-Gardening-Bewegung sowie die Schaffung zukunftsfähiger Formen der Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.”[1] Dabei soll die gemeinschaftliche Gestaltung von Grün im Vordergrund stehen.

Wie auch in den Prinzessinnengärten am Moritzplatz wird im Himmelbeet am Leopoldplatz gemeinschaftlich gegärtnert.

In Kreuzberg und im Wedding wurden so Orte der ökologischen Artenvielfalt und für die Nachbarschaft geschaffen. Dennoch haben beide mit Verdrängung zu kämpfen. Die Prinzessinnengärten haben die Initiative „Prinzessinnengarten Kreuzberg für 99 Jahre als Gemeingut sichern!”[2] gegründet. Das Himmelbeet existiert seit sieben Jahren und soll nun zum 31. Oktober 2020 die Fläche räumen. Das ursprüngliche Aus für das Himmelbeet im Oktober 2019 wurde so um ein Jahr verschoben. Erst Anfang April wurde bekannt, dass es zu einer Bauverzögerung bei den Nachnutzern der Fläche kommt, sodass die Zwischennutzung des Gartens um ein Jahr verlängert wurde. Das hört sich nach einer langen Zeit an, aber die Suche nach Alternativen und die Gespräche mit der Verwaltung und Politiker*innen dauern bereits seit 2016 an, bisher ohne Erfolg.

Das Himmelbeet hat bereits zahllose Gespräche mit der Verwaltung und Politik geführt, BVV-Sitzungen besucht und Eingaben gemacht, politische Akteure zum Austausch in den Garten eingeladen. Anfangs schien es noch Kooperationsmöglichkeiten mit dem Nachnutzern zu geben, später hüllte sich der GRÜNE Bezirk Mitte nur noch mit Schweigen.[3]

Ein Rückblick: Bereits 2016 wurde eine Förderung durch “Green Urban Labs” gewonnen, um eine gemeinsame Lösung von Amandla und dem Himmelbeet auf dem aktuellen Standort zu verwirklichen. Mit dem einseitigen Vertragsabschluss zwischen dem Schul- und Sportamt und Amandla hat sich die Grundlage für das Modellprojekt aufgelöst. Von der Änderung des Antrages hat das Himmelbeet erst nach der Bewilligung erfahren.

Nun nimmt Herr von Dassel, der Grüne Bezirksbürgermeister von Mitte, die Sache selbst in die Hand. Zu spät!? Im Rahmen des geänderten Modellprojektes soll nun auf einem Teil des Leopoldplatzes (ehem. Passierscheinstelle) urbanes gärtnern möglich werden. Dafür soll eine Personalstelle geschaffen und ein Bürgerbeteiligungsverfahren durchgeführt werden. Sollten sich die Beteiligten für einen urbanen Garten aussprechen, würde das Vorhaben ausgeschrieben werden. Das Himmelbeet könnte sich dann darauf bewerben. Viele Wenn und Aber. Nette Bemühungen, aber als wirklichen Einsatz für einen nahtlosen Anschluss für das Himmelbeet nach dem 31. Oktober 2020 verstehen wir das nicht. Und eine unmittelbare Lösung braucht der Garten, denn eine Zwischenlagerung aller Beete, Werkzeuge, der 200.000 Bienen und des Cafés wäre ohne weiteres nicht möglich.

Im Gemeinschaftsgarten Himmelbeet werden soziale und ökologische Visionen für eine bessere Zukunft für alle ausprobiert. Und das erfolgreich! Ein Ort für vier Bienenvölker, unzählige Insekten, Nachbarn und Nachbarinnen, so unterschiedliche, wie der Wedding selbst und natürlich zahlreiche Pflanzenarten. Viele viele Menschen haben hier schon zusammen Unkraut gejätet, Fahrräder recycelt und geimkert. All die geflügelten Worte der Politik werden hier gelebt: Inklusion, Ehrenamt, Beteiligung, niedrigschwellige Angebote, Vielfalt, generationsübergreifende Arbeit, zero waste, ökologische Artenvielfalt, Umweltbildung und so viel mehr.

Barcamp im Gemeinschaftsgarten, Foto: Himmelbeet

Das aktuellste Beispiel für die gelebten sozialen und ökologischen Visionen des Gartens ist das inklusive Gartenbuch tuml. Es wurde gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung in leichter Sprache erstellt und am 13. April als Projekt der “UN-Dekade Biologische Vielfalt 2019” ausgezeichnet.

Es war von Anfang an klar, dass das Himmelbeet eine Zwischennutzung ist. Aber in sieben Jahren Zwischennutzung ist in der Ruheplatzstraße viel gewachsen: Pflanzen, Ideen und ehrenamtliches Engagement. Für das Ehrenamt wurde im Bezirk Mitte sogar ein eigenes Büro[4] eingerichtet und jetzt soll das Engagement im Himmelbeet einfach abgemäht werden? Widersprüchlich!

Auf der Fläche des Himmelbeets in der Ruheplatzstraße 12 will der Verein Amandla e. V. ein Sport- und Bildungszentrum errichten.

Das Himmelbeet möchte nicht in Konkurrenz zu einem anderen sozialen Projekt stehen. Sport- und Bildungsangebote und -orte sind wichtig und werden gebraucht. Aber das Himmelbeet braucht ein (neues) Zuhause, um die gewachsenen ökologischen und nachbarschaftlichen Strukturen zu erhalten. Und das fanden auch Sie, liebe Politiker und Politikerinnen.

Kathrin Göring-Eckardt feierte ihren Wahlkampf-Auftakt 2017 im Himmelbeet. Später kann man lesen: “Das Himmelbeet soll bis zum Beginn von Bauarbeiten für das „Safe-Hub-Projekt“ die jetzigen Flächen weiter nutzen können und eine attraktive Ausgleichsfläche im Herzen des Weddings erhalten und planerisch und finanziell unterstützt werden.”[5]

Eva Högel von der SPD präsentiert sich auf Ihrer Homepage mit einer Gruppe Geflüchteten und schreibt dazu: “Ein Projekt, das mich fasziniert, ist das »himmelbeet«. Direkt am Leopoldplatz wurde ein interkultureller Garten angelegt. Damit auch Geflüchtete hier etwas anbauen können, habe ich mehrere Beete für Familien aus den Flüchtlingsunterkünften der AWO gespendet.”[6]

Auch der grünen Politiker Özcan Mutlu lässt 2017 in der BZ verlauten, wie wichtig er das Himmelbeet findet: „Das ist ein wunderbarer Nachbarschaftsgarten mitten in der Stadt, der von jungen Leuten vor einigen Jahren ins Leben gerufen worden ist. Man kann sich dort eine kleine Parzelle mieten und Gemüse anpflanzen. Sie arbeiten viel mit Schulen und Kindergärten, die dort ihre Beete haben. Es ist ein toller Ort, um Menschen zu treffen, zusammenzukommen und gemeinsam etwas zu erleben und zu lernen. Dort finden auch eine Menge politischer Aktivitäten statt. Zum Beispiel engagieren sie sich stark für Geflüchtete. Es ist u.a. auch eine gute Möglichkeit zur Traumabewältigung, eine tolle Integrationsarbeit, die dort geleistet wird.“[7]

Wir fordern die Poliker*innen und die Verwaltung im Bezirk Mitte sowie Berlinweit jetzt auf, ihren grünen Daumen für das Himmelbeet zu heben und gemeinsam eine Lösung für das Gemeinschaftsprojekt Himmelbeet ab der Gartensaison 2021 zu finden. Auch und gerade in Zeiten der knapper werdenden Freiräume ist der Erhalt solcher Projekte von immenser Bedeutung für alle Buergerinnen und Buerger.

Das Himmelbeet ist ein Ort für gelebte Gemeinschaft  und Ökologie im Wedding. Aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft. Und das soll auch so bleiben!

Weitere Informationen zum Himmelbeet findet Ihr unter: https://himmelbeet.de/

Oder kommt Dienstag bis Sonntag zwischen 10 Uhr und 22 Uhr in der Ruheplatzstraße 12 vorbei.

Kim, Volker, Lukas, Ulrike, Monica, Blanca und Anne, im Namen vieler Pächter*innen im Himmelbeet,

Berlin, 1. Mai 2019


Himmelbeet Urban Gardening
Barcamp im Himelbeet, Foto: Himmelbeet

[1] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.767738.php

[2] https://prinzessinnengarten.net/prinzessinnengarten-kreuzberg-dauerhaft-erhalten/

[3] https://himmelbeet.de/blogs/flaechenblog/was-bisher-geschah

[4] https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-soziales/ehrenamtsbuero/

[5] http://www.mutlu.de/gelungener-wahlkampfauftakt-im-himmelbeet/

[6] https://www.eva-hoegl.de/berlin-mitte-mein-wahlkreis/

[7] https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/oezcan-mutlu-gruene-ich-bin-gegen-eine-quote-fuer-migranten

  • Beitragsbild: Theresa Schiebel
  • Weitere Fotos: Himmelbeet

Trends, Urban Gardening, Veranstaltung

Die Stadtfarm in Berlin – Ernährung in der Stadt der Zukunft…

22. Januar 2018
Stadtfarm TopFarmers GmbH

Neulich habe ich die Stadtfarm im Landschaftspark Herzberge besucht, um mir die Produktion von Fischen, Gemüse und Salaten in der Stadt anzusehen.

Berlin ist zwar keine Megacity und die Wege von den umliegenden Ökolandbauern in die Stadt sind nicht ganz so weit, aber dennoch lassen sich über die Produktion in der Stadt effizient Ressourcen sparen und frischer landet einfach kein Salat, keine Tomate und vor allem kein Fisch auf dem Teller. Die Stadtfarm der Topfarmers GmbH produziert Salate, Gemüse, Tomaten und Fisch in Berlin-Lichtenberg und versorgt die Menschen in der Umgebung mit frischen Produkten, die ohne lange Transportwege beim Verbraucher ankommen. Wohnt man in Friedrichshain oder in Lichtenberg, kann man sich zur Mittagzeit die Salatvariationen auch per Fahrradkurier liefern lassen.

Produziert wird nachhaltig, auch Reste werden nicht weggeworfen. Werden z.B. nicht alle Tomaten verkauft, wird daraus dann Tomatensuppe gemacht.

Stadtfarm TopFarmers GmbH

Betrachtet man die Vielfalt der Zutaten in den Salaten, fragt man sich natürlich bei dem Blick auf die vielen Salatköpfe in den Gewächshäusern, wo denn das andere Gemüse herkommt. Es können nicht alle Zutaten für die Salate in der Stadtfarm produziert werden, Zutaten wie z.B. Reis, Rote Beete, Blumenkohl etc. werden dazugekauft. Zu den Kooperationspartnern der Stadtfarm gehören regionale Produzenten die Ökolandbau betreiben, wie die neue Mühle Dahnsdorf oder das Ökodorf Brodowin.

Fischers Fritze fischt frische Fische in Berlin-Lichtenberg

Fischproduktion mitten in der Stadt? Das hätte vor ein paar Jahren noch für Verwunderung gesorgt, ist aber mittlerweile durchaus praktikabel und recht erfolgreich. Bei den Fischen, die in der Stadtfarm produziert werden, handelt es sich um afrikanische Welse (Clarias gariepinus), oder einfach „Clara“ von den Stadtfarmern genannt. Ein afrikanischer Wels kann in seiner natürlichen Umgebung ca. 15 Jahre alt und bis zu 1,5 m groß werden. Diese Größe erreichen sie natürlich nicht, wenn sie in Berlin produziert werden, dafür sind sie einfach zu lecker und werden vorher gegessen.

AquaTerraPonic – So funktioniert es!

Fisch, Gemüse und Früchte gedeihen in einem geschlossenen, ressourceneffizienten Kreislauf. Die Fische schwimmen bei 28°C im Wasser in ihren Ausscheidungen, dass klinkt zwar nicht so appetitlich, ist aber in Ordnung. Damit die Schwebstoffe aus dem Wasser geleitet werden, wird es über mechanische Filter geleitet und Bakterien im Wasser verwandeln Ammonium erst in Nitrit und dann in Nitrat. So entsteht Stickstoff, der das Wachstum der Pflanzen fördert. Das Wasser wird im Anschluss durch die Erde geleitet, welche bei der Produktion eingesetzt wird. In der Pflanzerde befinden sich Regenwürmer, diese reichern die Erde mit ihren Ausscheidungen an. Es kommen weder Antibiotika, chemische Dünger, Pestizide oder Hormone zum Einsatz.

Stadtfarm TopFarmers GmbH

Der Fisch ist ein guter Futterverwerter!

Aus 1kg Futter entsteht 1kg Fisch. Es muss nicht so viel Energie zugefügt werden, wie z.B. bei der Produktion von Rindfleisch. Laut dem NABU stecken in jedem Kilo Rindfleisch ca. 6,5 Kilogramm Getreide, 36 Kilogramm Rauhfutter und 155 Liter Wasser – plus 15.300 Liter Wasser, die für die Produktion des Futters benötigt wurden. Da sieht die Klimabilanz leider nicht so gut aus.

Die Topfarmers GmbH – Die nächste Stadtfarm wird kommen!

Die Gründer der Topfarmers GmbH investierten vor dem Start der Stadtfarm, im August 2017, ca. 3 Jahre Zeit in die Entwicklung der Technik ihrer Fisch- und Gemüseproduktion. Nach dem Start der ersten Stadtfarm sind bereits weitere Stadtfarmen in Berlin geplant und der nächste Standtort ist bereits gefunden! Die Finanzierung der nächsten Stadtfarm wurde über eine Crowdfunding-Kampagne realisiert. Unter Econeers findet ihr weitere Informationen zu der erfolgreichen Kampagne. Wie mir Anne Vollborn von der Stadtfarm erzählte, wurde das Fundingziel der Crowdfunding Kampagne in nur 3 Wochen erreicht. Das ging wirklich schnell!

Stadtfarm TopFarmers GmbH

Wo heute Fische schwimmen wuchsen zu DDR-Zeiten Blumen

Die Gewächshäuser im Landschaftspark Herzberge, die heute von der Stadtfarm genutzt werden, befinden sich seit Ende der 70er Jahre an dieser Stelle und zählten in den Jahren 1977 bis 1981 zu den modernsten und größten Gewächshausanlagen in ganz Berlin. In dieser Zeit wurden in den Gewächshäusern vorwiegend Nelken und Gerbera gezüchtet und produziert.

Stadtfarm TopFarmers GmbH

Die Stadtfarm öffnet regelmäßig ihre Gewächshäuser für Besucher. Es finden unterschiedliche Veranstaltungen statt, wie z.B. der regelmäßige verkaufsoffene Samstag, mit unterschiedlichen regionalen Partnern aus Brandenburg und Berlin und es wird Veranstaltungen für Kinder geben.

Wo befindet sich die Stadtfarm?

Allee der Kosmonauten 16

10315 Berlin-Lichtenberg

 

Bis demnächst!

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Lesen, Urban Gardening

Spriessbürger – Gemüse selber anbauen!

5. Oktober 2017
Spriessbürger_urban_gardening_berlin_Mygreentown

Habt ihr Lust Gemüse aus dem eigenen Garten oder vom Balkon zu ernten? Dazu möchte ich euch heute das Handbuch Spriessbürger empfehlen, darin bekommt ihr das nötige Know-how vermittelt und erntet bestimmt schon bald leckeres Gemüse und Salat aus dem eigenen Anbau! Das Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz ist zwar für Menschen in der Schweiz geschrieben, es eignet sich aber genauso gut für z.B. Stadtgärtner in Deutschland, die im Kleingarten oder auf dem Balkon Gemüse und Salat anbauen und ernten möchten.

Sind die Anbaubedingungen für Gemüse und Salat in der Schweiz noch ähnlich wie in Deutschland?

Die Anbaubedingungen in der Schweiz sind wie im Handbuch beschrieben ganz unterschiedlich, sei es hoch oben auf einem Berg, am Vierwaldstädtersee oder auf einem Balkon in einer Stadt wie Basel. Das ist in Deutschland vom Prinzip her ganz ähnlich, auch hier gibt es unterschiedliche Regionen, was an einem Platz gut gedeiht, wächst an einem anderen Ort zur gleichen Jahreszeit vielleicht kaum, da es noch zu kalt oder zu trocken ist. Für Berliner und Brandenburger ist es meist ganz wichtig den Boden noch etwas aufzubessern da dieser hier in der Regel sehr sandig ist. Praktische Tipps zur Bodenverbesserung findet man ebenso im Handbuch Spriessbürger, wie Informationen zu den Standortbedingungen für die Pflanzen. Mit etwas Zeit und einigen Versuchen lernt man bestimmt, welches Gemüse sich für den eigenen Standort bestens eignet.

Spriessbürger_urban_gardening_berlin_Mygreentown

Gestresste Rüblis, Gemüse fürs Schlafzimmer, Microgreens…

Stadtgärtner möchten gerne etwas ernten, einfach, weil es Spaß macht eigenes Gemüse auf dem Balkon wachsen zu sehen und man mal etwas kochen möchte, dass man selbst angebaut hat. Manch einer hat vielleicht bereits eine Parzelle im Kleingartenverein gepachtet und möchte sich selbst versorgen oder seinen Kindern zeigen was so alles sprießt und gedeiht im Garten und wo unsere Nahrung herkommt. Mit dem Handbuch von Eveline Dudda und Klaus Laitenbacher bekommt man auf unkomplizierte Weise viel Wissen und praktische Tipps für den eigenen Gemüseanbau geliefert. Das Buch ist informativ und beschreibt beliebte Gemüse- und Salatsorten von der Aussaht bis zu Ernte ausführlich, inkl. Tipps welche Sorten sich auch für den Balkon eignen. Der sympathische Stil in dem das Buch geschrieben ist und die kleinen Hinweise am Textrand, wie z.B. zu gestressten Rüblis und warum diese intensiver schmecken und welche Farben Läuse bevorzugt ansteuern oder welches Gemüse man gut im Schlafzimmer produzieren kann und was z.B. Flowersprouts und Microgreens sind, lockern das Ganze auf und man lernt noch ganz nebenbei eine Menge dazu.

Spriessbürger – ein praktisches Handbuch mit kleinem Ausflug ins Schweizerdeutsch

Da es sich um ein praktisches Handbuch handelt, bekommt man zu den ausführlichen Pflanzenportraits noch viel wissenswertes zum Boden, der Anlage eines Gartenbeets, Saatgut, Düngung, Kompost, Unkraut, Giessen, Pflanzenschutz u.v.m. vermittelt. Ganz weit hinten im Buch befindet sich auch ein Glossar Schweizerdeutsch -> Deutsch, denn im Buch trifft man auf so manchen unbekannten Begriff, wie z.B. eine „Tiegerschnegel“. Ihr erahnt bestimmt, dass es sich hierbei um eine Schnecke handelt, dass stimmt! Oder bei „Bienli“ ist es den meisten bestimmt gleich klar, das es sich um Bienen handelt. Etwas komplizierter wird es dann vielleicht bei Herdöpfel und Kefen, das bedeutet Kartoffeln und Zuckererbsen.

Als kleinen Nebeneffekt lernt man beim Lesen des Buches also gleich noch etwas Schweizerdeutsch dazu, dass macht „Gluscht“!

Falls ihr noch keinen Balkon oder Garten habt, möchte ich euch vorwarnen, die Sehnsucht danach wird beim Lesen im Handbuch ziemlich groß, man möchte sich am liebsten mit dem Handbuch in den Garten setzten, um das Gemüsebeet oder den Gemüseanbau im Kübel zu planen. Jetzt wo Eicheln von den Bäumen fallen und die ersten Laubbäume sich verfärben, ist ja auch noch Aussaatzeit, z.B. für Winterpuffbohnen, Winterspinat und „Winterkefen“… Und, habt ihr auch Lust aufs Garteln bekommen?

Spriessbürger, Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz.

Von Eveline Dudda und Klaus Laitenberger

Spriessbürger Verlag

ISBN 978-3-9524524-0-0

Bis demnächst!

 

 

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Urban Gardening, Veranstaltung

Die Gemüse Ackerdemie – Möhrtastisches Crowdfunding

17. September 2017

Vom 1. bis 30. September 2017 macht die Gemüse-Ackerdemie ihre 2. Crowdfunding-Kampagne und wünscht sich Unterstützung für das Programm “GemüseAckerdemie PLUS”, bei dem Kinder mit erhöhtem Förderbedarf im Mittelpunkt stehen.

Kinder mit praktischen Methoden etwas über gesunde Ernährung zu vermitteln ist prima und die Crowdfunding Campagne steht kurz vor ihrem Ziel, vielleicht habt ihr Lust die Campagne zu unterstützen?

Hier der Link zu Campagne.

Bis demnächst!

Trends, Urban Gardening, Wo gibt es das

Good Bank – Ein Restaurant mit Vertical-Farming-Conzept von Infarm

31. Juli 2017
Good_Bank_Infram_Mygreentown

Vertical Farming in Berlin-Mitte – Beim Essen dem Essen beim Wachsen zusehen!

Vor ein paar Jahren besuchte ich Infarm in einer Kreuzberger Fabrikhalle, das mittlerweile ziemlich bekannte Berliner Startup in Sachen Anbau von Salat und Gemüse in Räumen, also indoor

Bei meinem ersten Besuch bei Infarm wurde ich trotz unangekündigtem Erscheinen sehr nett empfangen und durfte mir die Pflanzenproduktionsbereiche anschauen. Das Ganze befand sich sich damals gefühlt noch etwas in der Experimentierphase. Infarm wollte Essen an dem Ort und der Stelle nachhaltig produzieren, wo es verzehrt wird und zwar im Inneren eines Hauses ohne Sonnenlicht und Erde. Lange Transportwege, unnötige Verpackungen und Nährstoffverluste sollten vermieden werden. Im Restaurant Good Bank kann man direkt hinter dem Tresen die Salate in durchsichtigen hohen Glasregalen von Infarm wachsen sehen, während man einen Salat verspeist, der zuvor im Restaurant geerntet wird. Weiterlesen…

Lesen, Urban Gardening, Veranstaltung

Laubenpieper – Wo das wahre Leben tobt

11. März 2017
Kleingarten Berlin Laubenpieper

Wer bereits einen Kleingarten hat, oder wer gerade dabei ist sich einen zu suchen, dem empfehle ich das Buch von Martin Demmler:

Laubenpieper – Wo das wahre Leben tobt.

Das humorvoll geschriebene Buch liest sich schnell weg. Gerade jetzt, wo man wieder viel mehr Zeit draußen verbringt und die Lust auf den eigenen Garten wächst, begleitet einem das Buch mit einem lustigen Einstieg in das Berliner Laubenpieper-Leben. Weiterlesen…