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Tiny House Bewegung – Wieder Wild im Prinzessinnengarten

18. Januar 2016
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Ein Besuch im Prinzessinnengarten in Kreuzberg – Wider Wild und die Tiny House Bewegungtiny_house_wieder_wild_berlin

Die Tiny House Bewegung kommt ursprünglich aus Amerika, dabei geht es um das Wohnen in winzigen Häusern, mit einer Grundfläche von ca. 9 bis ca. 27 m². Warum wohnt man in einem so winzigen Haus? Es geht dabei um das Downsizing / Downshifting, weniger Konsum, Befreiung vom Überfluss, um Nachhaltigkeit und die Konzentration auf das Wesentliche, Minimalismus, Energieeffizienz und vieles mehr. Auch finanzielle Gründe könnten dabei eine Rolle spielen, sich für ein Leben im Tiny House zu entscheiden. Ein kleines Haus kostet schon bei der Anschaffung weniger wie ein großes und auch die Pflege und Instandhaltung des Hauses verursacht geringere Kosten. Eine reizvolle Idee, da man durch das eingesparte Geld z.B. auch weniger arbeiten bräuchte und somit mehr Zeit zur Verfügung hat. Benötigt man weniger, verhält man sich gleichzeitig auch umweltfreundlich, da weniger produziert werden muss und die Ressourcen geschont werden. Dinge, die man sowieso nur selten benötigt, könnte man auch einfach teilen, anstatt sie zu kaufen.

Ein Leben auf kleinem Raum…

In einem kleinen Haus überlegt man sich bestimmt gut, ob man den einen oder anderen Gegenstand benötigt, da man bei zu vielen Dingen ganz schnell noch weniger Platz hat.

Ein winziges Haus, nur so groß, dass es auf einen Autoanhänger passt. Das ist wirklich sehr klein! Das praktische daran ist, gefällt es einem nicht mehr an Ort und Stelle, oder bekommt man Fernweh, braucht man den Umzug gar nicht erst groß planen, denn das Haus nimmt man ja einfach mit. Ein Haus für moderne Nomaden. Dauercamper leben schon lange ohne großes Haus und verspüren oft keine Sehnsucht mehr in einer Mietwohnung zu leben, bzw. dort mehr Zeit als nötig zu verbringen. Diese Art zu Leben hat auch etwas mit dem Wunsch nach mehr Nähe zur Natur zu tun. Einfach mal für eine kleine Weile oder längere Zeit im Tiny House in der Natur seine Zeit, mit der Konzentration auf das Wesentliche, verbringen. Ich habe erst kürzlich über eine Frau gelesen, die in „radikaler Einfachheit“ lebt, ohne Strom in einem kleinen Holzhaus in Bayern. Sie geht schlafen wenn es dunkel wird und wer sie besuchen möchte, der kündigt sich zuvor am besten per Brief oder Postkarte an. Das erinnert mich auch ein bisschen an Henry David Thoreau und seinen Rückzug in die Wälder.

Wieder Wild

Die Idee vom kleinen Haus begeisterte auch das Team von Wieder Wild, sie bauten 2015 im Prinzessinnengarten ein kleines Haus „das Nest“. Sich selbst beschreibt das Team von Wieder Wild auf seiner Internetseite als „Team aus bauerfahrenen Marketingexperten, aus visionären Handwerkern, aus ästhetikversessenen Umweltschützern, und professionellen Anfängern“. Jeder durfte bei dem Bau mitmachen. Es gab zusätzliche Workshops, in denen man erlernte wie man das Haus baut, um es später auch selber nachbauen zu können. Es handelt sich um einen Selbstbausatz aus Holz, den jeder nachbauen und individuell gestalten darf.

Finanziert wurde das Projekt per Crowdfounding. Das Ziel der Crowdfunding Aktion lag bei 12.000 Euro, durch 120 Unterstützer kamen insgesamt 12.560 Euro zusammen. Toll ist, egal ob man Anfänger oder Profi ist, jeder kann es nachbauen. Die Materialien für das Haus erhält man im Baumarkt. Eine schöne Aktion, und bestimmt sehr interessant für alle, die Lust aufs Selbermachen/DIY haben, etwas neues ausprobieren möchten, oder sich überlegen, wie sie mit geringen finanziellen Mitteln selber ein Haus bauen könnten. Natürlich kann man auch recyceln und bereits benutztes Material verwenden, um das Haus zu bauen.

Bei einem Besuch im letzten Sommer im Prinzessinnengarten habe ich ein paar Fotos von der Entstehungsphase gemacht, demnächst schaue ich mir das Gebäude mal im fertigen Zustand an, die Bilder dazu werden folgen.

 

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Interessante Links:

Wieder Wild

Walden Henry David Thoreau

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4 Kommentare

  • Reply Daniel 19. Januar 2016 at 03:20

    Hey Andrea!
    Bitte gibt bescheid, falls es schon fertiggestellt wurde bei deinem nächsten Besuch.. Im Projekt-Blog https://www.startnext.com/dasnest/blog/ macht es noch nicht den Anschein. Offizielle Fotos gibts auf Tumblr http://dasnest.tumblr.com/ -> aber da zeigen deine Fotos ja schon einen deutlich fortgeschritteneren Stand.

    • Reply Daniel 19. Januar 2016 at 03:49

      Gerade gemerkt, dass es die aktuellsten Infos wohl nur auf Facebook gibt: https://www.facebook.com/wiederwild/

    • Reply Andrea 19. Januar 2016 at 21:51

      Hallo Daniel, sobald ich da war, findest Du die aktuellsten Bilder im Blog ;-).

      Viele Grüße von Andrea

  • Reply Andrea 19. Januar 2016 at 21:47

    Hallo Daniel, vielen Dank für die weiteren Infos zum Tiny House Projekt von Wieder Wild!

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