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Die essbare Stadt – die Plattform Mundraub – und viele Tipps!

5. März 2016
essbare_Stadt_Berlin

Heute geht es um die essbare Stadt, unter anderem in Andernach, die Plattform Mundraub und es gibt viele Tipps!

 

Die essbare Stadt Andernach

Das klingt ein bisschen nach Schlaraffenland, oder? Obst und Gemüse auf öffentlichen Flächen, in Parks, auf Baulücken und an alten Schlossmauern, wie z.B. in der Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz.
In Andernach wurden 2010 an einer Schlossmauer 101 Tomatensorten gepflanzt, im nächsten Jahr folgten an gleicher Stelle 100 Bohensorten, 2012 gab es 20 verschiedene Zwiebelsorten und 2013 war das Jahr des Kohls.

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Die Besucher des öffentlich begehbaren Selbsterntegartens in Andernach können gärtnern, eine meist völlig unbekannte Sortenvielfalt erleben und natürlich ernten. Der Garten ist nicht umzäunt, ganz nach dem Motto: „Betreten ist gewünscht und Pflücken erlaubt!“ Frisches Obst und Gemüse für alle, mitten in der Stadt. Das Projekt der essbaren Stadt in Andernach fördert den Anbau von regionalen und seltenen Sorten. Die dadurch geförderte Biodiversität (Artenvielfalt) im urbanen Raum bringt vor allem für Städter, mit wenigen Möglichkeiten selber etwas anzubauen, einen Lerneffekt mit sich. Viele kennen nur die begrenzte Auswahl von bekannten Obst- und Gemüsesorten im Supermarkt, da beeindrucken 101 verschiedene Tomatensorten ganz bestimmt!

Mundraub

Ein tolles Projekt, welches sich mittlerweile weltweit mit der Entdeckung des essbaren Umfelds in Städten und anderswo beschäftigt, möchte ich an dieser Stelle gerne erwähnen. Es geht um die bekannte Plattform Mundraub. Die Anzahl der aktiven Mundräuber liegt mittlerweile bei über 35.000. Die Mundräuber entdecken nicht nur Pflanzen, sie pflanzen auch zusammen neue Bäume und Sträucher.
Man findet auf der „Mundraub-Map“ sogar Tipps zu Pflanzen in Städten in Südamerika. Ich habe z.B. einen frei zugänglichen Tamarindenbaum in Rio de Janeiro entdeckt, in der Avenida Candido Portinari. Eine Straße um die Ecke gibt es noch einen Guavenbaum und eine Bananenstaude. Lecker!

Meistens gibt es sogar eine Beschreibung zur Pflanze, teilweise sogar mit aktuellem Foto und Tipps zu weiteren Obstbäumen ganz in der Nähe.

In Berlin sind bereits 1577 Obstbäume, Nüsse, Kräuter und vieles mehr auf der „Mundraub-Map“ verortet. Ganz in der Nähe meiner Wohnung finde ich die mir bereits bekannten Haselnussbäume, aber auch eine Esskastanie und einen Brombeerstrauch, von denen ich noch nichts wusste. Die Bäume wachsen jedoch an teilweise stark befahrenen Strassen.

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Gefährliche Standorte und andere Problemchen…

Wie sieht es eigentlich mit Belastungen z.B. aufgrund von Abgasen etc. aus? Nicht jeder Baum oder Strauch befindet sich an einem unbelasteten Standort. Und manche Bäume gibt es vielleicht schon nicht mehr, da an der Stelle, wo der Baum gewachsen ist, jetzt ein neues Haus gebaut wurde. Eigentlich ist es ganz einfach, man meldet sich bei Mundraub an und kann dann bedenkliche Standorte kommentieren und denjenigen informieren, der den Eintrag erstellt hat. Erhält man keine Antwort, informiert man einfach das Team von Mundraub.

Dieses Jahr werde ich bestimmt einige der bei mir in der Nähe beschriebenen Bäume und Sträucher besuchen und austesten. Ich freue mich schon auf die Ernte!

Gerade habe ich noch eine weitere Karte von einer Leipziger Initiative entdeckt, die vor allem für Leute aus der Stadt Leipzig interessant sein könnte:

Leipziger Obsternte-Karte: frucht-bar

Obst für alle in Berlin-Pankow

Eine weitere interessante Initiative in Berlin ist Freiobst Pankow.

Von dem Bündnis 90/Die Grünen (Pankow) ins Leben gerufen, als gemeinsame Aktion mit der Grünen Liga Berlin e.V., mundraub.org und BürgerEnergie Berlin. Es geht bei der Initiative darum, alte Obstbaumsorten wieder zu etablieren im Nordberliner Raum. Seit 2012 wurden bereits 60 Bäume in Blankenburg und Französisch-Buchholz gepflanzt, die in wenigen Jahren beerntet werden können. Weitere Infos findet ihr unter dem Link zur Freiobst-Initiative.

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Noch ein paar Tipps für Hungrige in Berlin:

Für alle die einfach mal auf die Suche gehen möchten und endecken wollen, daher an dieser Stelle keine „Links“:

  • Obstbaumwiese im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg.
  • Brombeeren und Obstbäume im Volkspark Friedrichshain.
  • Hochbeete mit Erdbeeren und Himbeeren in Berlin-Lichtenberg an der S-Bahnstation Rummelsburg für alle.

 

Zum Schluss noch ein Foto, entstanden ist das Bild vor der Orangerie des Schlosses Sanssouci in Potsdam. Kräuter (Basilikum und Salbei) und Gemüse (Mangold) eigenen sich, wie man sieht, bestens zur Gestaltung. Beim vorbeigehen fällt es zuerst gar nicht auf, dass man dieses Beet auch essen kann! Dieses Gemüse sollte man aber lieber nicht auf Mundraub.org eintragen, denn hier geht es mehr um die Gestaltung…

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Vielen Dank fürs vorbeischauen, bis demnächst!

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